Du kannst den Sturm nicht verhindern. Aber du entscheidest, wer du darin bist.

Was bleibt, wenn der Vorhang fällt und der Alltag dich wieder einholt: über den Unterschied zwischen kurz erleuchtet sein und es wirklich leben

Über den Unterschied zwischen einem Moment der Erleuchtung und einem Leben, das sich wirklich verändert hat. Und warum das eine ohne das andere so wenig bedeutet.

In den letzten Wochen war es stiller um mich, und ich habe so viele liebe, zauberhafte Nachrichten bekommen. Ich sehe das wie in der Natur. Sie blüht mal in voller Schönheit, und dann zieht sie sich zurück und sammelt Kraft. So ist es bei mir auch.

Und dann kam noch etwas dazu. Ich war in dieser Zeit mehrfach im Krankenhaus, in ärztlicher Behandlung. Gerade steht eine Diagnose im Raum, die ich mir nicht ausgesucht habe. Genau deshalb möchte ich dich heute mitnehmen. Denn viele Menschen glauben, mit positivem Denken, Affirmieren und innerer Kindheilung könnten wir jeden Schmerz von uns fernhalten. Und ich sage dir immer wieder: Es ist nicht das Problem, was passiert. Das Problem ist, was wir danach daraus machen.

Du kannst nicht verhindern, dass Menschen sterben. Du kannst nicht verhindern, dass eine Beziehung auseinandergeht oder dass jemand eine schwere Diagnose bekommt. Diese Dinge passieren, irgendwann, irgendwo in deinem Leben. Die Frage ist nie, wie du sie verhinderst. Die Frage ist, wie du ihnen begegnest.

„Alexa, wie schaffst du das?“

Oft fragen mich Menschen, wie ich es schaffe, etwas nicht nur zu predigen, sondern es zu leben. Und meistens schwingt in der Frage schon die Erwartung mit, dass dahinter ein riesiges Programm stecken muss. Hundert Zeremonien am Tag.

Ich sage dir ehrlich: nein. Ich habe noch nie Ayahuasca gemacht, ich weiß nicht mal genau, was das ist. Ich meditiere nicht sieben Stunden am Tag. Ich heile nicht vier innere Kinder pro Woche, und ich schaue in keine Charts. Was ich tue, ist viel unspektakulärer und gleichzeitig für die meisten Menschen viel schwerer.

Der kurze Ausflug

Du kennst das. Du kommst von einem Retreat zurück, du hast einen Kurs gebucht, du hattest eine Behandlung, und es ist alles so richtig geil, du spürst, da hat sich was getan. Und dann kommt dein Mann, deine Freundin, dein Alltag. Dieselbe Beziehung mit denselben Höhen und Tiefen. Der Job, der dich immer noch ankotzt. Und du denkst: Mist, wieso ist eigentlich alles wieder wie vorher?

Erstens: Es ist nicht mehr wie vorher, du bist nicht mehr dieselbe. Aber im Außen hat sich noch nicht viel verändert, weil du deine Gedanken, deine Bewertungen und deine Einstellung zu diesen Dingen nicht verändert hast. Es war ein kurzer Ausflug. Und dann bist du wieder zurückgegangen, weil das Altbekannte so viel leichter ist.

Dein Nervensystem ist nicht gegen dich

Das hat einen einfachen Grund, und ich rede ja gern über das Nervensystem, über das retikuläre Aktivierungssystem. Dein Gehirn spielt dir immer wieder die Dinge zu, die du gewohnt bist, weil sich dein ganzes Nervensystem dann sicher fühlt. Und genau dafür ist es da. Es will dich nicht ärgern, es will dich in Sicherheit bringen.

Wenn dir also jemand sagt, du müsstest lernen, dein Nervensystem zu kontrollieren, dann stimmt das so nicht. Dein Nervensystem macht genau das, wofür es da ist. Du willst etwas Neues, du tust auch schon Neues, und dann meldet sich dein Nervensystem und sagt: Komm, lass mal, das ist viel zu aufwendig, zurück in den Einheitsbrei. Daran ist nichts schlimm. Wir müssen uns dafür nicht verurteilen und beschimpfen. Es ist einfach nur der Moment, an dem die meisten den Schritt nicht weitergehen.

Ich glaube, schon Albert Einstein hat gesagt: Wenn du immer das Gleiche tust und ein anderes Ergebnis erwartest, dann wird das schwierig.

Nicht das Sehen verändert dein Leben. Das Integrieren tut es.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen dem, was ich tue, und dem, was viele Menschen nach einer intensiven Erfahrung allein zu stemmen versuchen. Es ist nicht der Moment der Erleuchtung, der dein Leben verändert. Es ist das Landen danach. Das Integrieren. Das Üben, das anzuwenden, was du längst gelernt hast. Nicht da, wo alles schmusi-dusi und super leicht ist, sondern genau da, wo der Wind dir entgegenbläst.

Ich nenne das, im Auge des Hurrikans zu stehen. Um dich herum wird alles herumgewirbelt, in deinem Leben passieren gerade Dinge, aber im Auge des Hurrikans passiert dir nichts. Da kannst du stehen bleiben. Du atmest, und du weißt: Es ist veränderbar.

Du bist die Schöpferkraft

Stell dir vor, du bekommst eine unbequeme Diagnose. Natürlich wirst du vielleicht weinen, traurig sein, Angst haben. Das ist menschlich, wir sind unendliche Wesen in menschlichen Körpern. Kurzfristig darf das alles da sein. Aber langfristig entscheidest du, wie es weitergeht, wie du mit dieser Situation umgehst.

Und das ist das Eigentliche: Nur weil in deinem Leben gerade etwas nicht einfach ist, bist du nicht abgetrennt von deiner Schöpferkraft. Du bist nie hilflos der Situation ausgeliefert. Selbst im Krankenhaus war ich erschaffende Kreationsenergie. Das ist mein Job, dich in Räume zu bringen, in denen du verstehst: Du kannst immer etwas bewegen. Du musst nicht das Opfer sein. Das war ich lange genug in meinem Leben, das brauche ich heute nicht mehr.

Und nein, du musst dich nicht ständig stabil halten

Ich erlebe gerade selbst, wie andere mir ihre Wahrheit als die einzige Wahrheit verkaufen wollen. Und ich sehe so viele in diesen spirituellen Geschichten, die in etwas reinschnuppern und es dann nicht halten können, die sich abmühen, immer ganz stabil, immer ganz im Frieden zu wirken. Wie anstrengend das ist. Und wie unnötig.

Ich bin nicht ständig auf Krawall, nicht ständig im Widerstand, weil ich verstanden habe, dass Widerstand nur mehr von dem erzeugt, was ich nicht haben will. Ich muss mich nicht ständig stabil halten. Ich bin ganz ruhig, auch wenn das Außen mir etwas verkaufen will, das nicht meins ist. Und genau das macht mich glücklich und zufrieden.

Was Genuss wirklich heißt

Wir beschäftigen uns unglaublich viel mit dem Schmerz und mit dem, was wir nicht haben wollen, und dann wundern wir uns, warum wir so viel davon im Leben haben. Ich könnte mich jeden Tag nur damit beschäftigen, was alles weg soll. Oder ich konzentriere mich auf das, was ich möchte: mein Leben genießen.

Kannst du diesen Cappuccino wirklich genießen? Nimmst du dir die Zeit, ihn zu schmecken? Ich liebe es, meine Seelensprays zu verwenden, und ich sprühe sie nicht zwischen Tür und Angel. Ich stelle mich kurz hin, ich genieße diesen Duft, ich nehme diese Frequenz in mich auf. Das ist Genuss, und davon brauchen wir mehr.

Genuss heißt nicht, dass alles rosarot ist. Nicht, dass alles leicht ist, nicht, dass alles friedvoll ist. Genuss heißt: Ich lebe genau jetzt. Und wenn sich mir etwas zeigt, das nicht schön ist, dann ist die einzige Frage, die zählt, nicht, wie ich es verhindere, sondern wie ich in diesem Moment damit umgehe.

Wenn ich in mein Leben schaue, ist es so reich. Und gerade in einer Klinik, neben Menschen, denen es richtig schlecht geht, wird mir das auf eine sehr demütige Weise wieder bewusst. Nicht das Geißeln, sondern dieses Staunen: Schau, was ich alles erschaffen habe. Schau, was alles da ist.

Wenn der Vorhang fällt

Das ist der Moment, in dem dir klar wird: Das eine ist „ich affirmiere mal schnell“. Das andere ist „ich lebe das“. Du bist die Schöpferin deines Lebens, und auch wenn um dich herum Dinge passieren, hast du immer die Möglichkeit zu entscheiden, wie du reagierst. Eine Garantie haben wir nicht, ich kann rausgehen und vom Bus überfahren werden, keiner von uns weiß, wie lange er da ist. Also lebe. Genieße. Zelebriere. Das ist das wahrhaftig Wichtige.


Diese Folge habe ich auch in meinen Podcast gesprochen, viel roher und ungeschnitten. Hör gern rein: Podcastfolge. Und wenn du spürst, dass du genau das lernen willst, in jeder Situation in deine Schöpferkraft zu kommen, dann komm in eines meiner Felder und Räume. Schau dich in meinem neuen Shop um, da findest du auch mein Buch.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Vertrag widerrufen